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ZUHÖREN? SORRY, ICH WAR MIT UNTERBRECHEN BESCHÄFTIGT.

Neulich, bei unserem wöchentlichen Jour Fixe: Ich setze an, um einen meiner spannenden Monologe über das FAGG, das E-Commerce-Gesetz, DSGVO und unsere AGB zu halten – ein echtes Feuerwerk der Unterhaltung, wenn ihr mich fragt. Keine 40 Sekunden später, zack!, bin ich auch schon unterbrochen.


Abrupter Themenwechsel. "Was ist eigentlich die Pantone-Farbe des Jahres 2025?"


Ich bin perplex. Mein Kopf versucht noch, von Datenschutzverordnungen auf Farbpaletten umzuschalten, aber mein Herz spürt es schon: Ich wurde gnadenlos aus dem Spiel genommen.


Da erinnere ich mich an die goldene Regel aus der Ausbildung: Zuhören - eine der Grundkompetenzen eines Coaches, Beraters, Verkäufers! Leichter gesagt als getan, denn seien wir ehrlich: Zuhören ist die Diät unter den Kommunikationsfähigkeiten – jeder weiß, dass es gut wäre, aber die wenigsten ziehen es konsequent durch.


Es gibt 2 Arten des Zuhörens:

Aktives Zuhören – das Ideal, das uns in Schulungen als heiliger Gral verkauft wird: Nicken, paraphrasieren, verbalisieren, nachfragen. Man tut alles, damit das Vis-à-vis merkt, dass man aufmerksam ist und sein Gegenüber ernst nimmt.

Passives Zuhören – aka „Ich warte nur auf meine Chance, dich zu unterbrechen.“ Mit einem Ohr lauscht man, das andere plant den Wocheneinkauf. Man hört nur einen Bruchteil der Informationen und murmelt regelmäßig hmmm. Man ist dabei, aber eigentlich auch nicht.


Mir kommt vor, dass heutzutage jeder reden will, aber niemand zuhören mag. Der Gesprächsbedarf ist gigantisch! Die erstbeste Gelegenheit wird genutzt, um mit voller Energie dazwischenzuquatschen.


Doch die gute Nachricht ist: Zuhören kann man lernen und trainieren. Ich schaffe es, weil ich merke, dass man mit aktivem Zuhören viel mehr erfährt, als wenn man selbst ununterbrochen redet – und dass Schweigen oft der cleverste Beitrag ist. Manchmal reicht es, kurz innezuhalten, das eigene Mitteilungsbedürfnis zu zügeln und dem Gegenüber wirklich Raum zu geben.


Aber keine Sorge, ich bin beim Jour Fixe nicht nachtragend. Schließlich kann eine Unterbrechung ja auch einfach bedeuten: "Dein Geschwätz über das FAGG interessiert uns nicht!"


Auch unser Firmenhund Franz hat absolut null Interesse am FAGG. Aber immerhin unterbricht er nicht – er legt sich einfach hin und schläft.


Franz unser Firmenhund liegt am Sessel und schläft

 
 
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